Krankenversicherung für Lehrer

Teacher standing with notebook in classroomDas Krankenversicherungssystem in Deutschland besteht aus den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und den privaten Krankenversicherung (PKV). Aufgrund der allgemeinen Pflicht zur Krankenversicherung ist jeder dazu gezwungen, eine entsprechende Absicherung abzuschließen. Während Angestellte bis zu bestimmten Einkommensgrenzen verpflichtet sind, Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse zu sein, können Selbstständige und vor allem auch Beamte und somit natürlich auch verbeamtete Lehrer jederzeit frei zwischen GKV und PKV wählen.

Beamte haben die Wahl zwischen der GKV und PKV
Beamte müssen sich zwar wie jeder andere auch krankenversichern, haben dabei aber die freie Wahl zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung. Dieser große Vorteil überträgt sich selbstverständlich auch auf Lehrer sowie auf Lehramtsanwärter und Referendare. Allerdings trifft dies auf verbeamtete Lehrer zu, während im öffentlichen Dienst angestellte Lehrer wie jeder andere Arbeitnehmer erst die Jahresarbeitsentgeltgrenze erreichen oder überschreiten müssen, um von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit zu werden.

Die Beihilfe und finanzielle Unterschiede als Argumente für die PKV
Verbeamtete Lehrer bekommen vom Dienstherrn die so genannte Beihilfe als anteilige Übernahme der anfallenden Krankheitskosten. Sie müssen daher nur noch zwischen 20% und 50% der Kosten selber tragen, weshalb auch ein entsprechend reduzierter Versicherungsschutz ausreicht. Während bei der gesetzlichen Krankenversicherung dennoch die vollen Beiträge gezahlt werden müssen, bieten private Krankenversicherungen spezielle Tarife an. Diese umfassen unter Berücksichtigung der Beihilfe nur den notwendigen Versicherungsbedarf. Somit wird die PKV günstiger als die GKV und bietet zudem wesentlich bessere Leistungen. Unter bestimmten Voraussetzungen kommen auch Ehegatten und Kinder in den Genuss der Beihilfe und können so auch zu günstigen Beiträgen von einer optimal abgesicherten medizinischen Versorgung profitieren.

Lehramtsanwärter können ebenso in die PKV wechseln. Etliche Versicherungsgesellschaften offerieren die Private Krankenversicherung Referendare zu vergünstigten Konditionen, die den Einstieg zur Anwärterzeit bereits attraktiv machen.

Die Leistungsunterschiede
Wie schon angedeutet bilden auch die Leistungen ein gutes Argument für die Wahl der PKV. Während der Versicherungsumfang in der gesetzlichen Krankenversicherung gesetzlich vorgeschrieben und für jeden identisch ist, bietet die private Krankenversicherung nicht nur bessere Leistungen, sondern gleichzeitig auch die Möglichkeit eines individuell gewählten Versicherungsschutzes. So können verschiedene Bausteine wie die ambulante, die stationäre oder auch die Behandlung durch Heilpraktiker, der Bereich der Zahnbehandlung und insbesondere des Zahnersatzes sowie verschiedene Tagegelder beliebig kombiniert werden. Das führt zu einem Versicherungsschutz, der voll und ganz auf die persönlichen Bedürfnisse ausgerichtet werden kann.

Fazit
Betrachtet man die Vorzüge der privaten Krankenversicherung für Beamte sich vor allem durch die optimalen Leistungen und die aufgrund der Beihilfe attraktiven Beiträge äußern, fällt die Entscheidung zwischen der GKV und PKV nicht schwer. Familien können durchaus aufgrund der kostenfreien Familienversicherung einen Vorteil in der gesetzlichen Krankenversicherung finden. Aber auch für sie ist wie für Alleinstehende sowieso die private Krankenversicherung der perfekte Partner für die optimale medizinische
Versorgung zum Wohle der Gesundheit und des Geldbeutels.

Betriebliche Altersvorsorge

Family with consultant - finance and insuranceTraditionell bildete die gesetzliche Altersversorgung durch den Rentenversicherungsträger den Kern und oft das ausschließliche Instrumentarium der Maßnahmen der Altersvorsorge, die Arbeitnehmer trafen. Bei erheblichen Zeiten der Unterbrechung einer Erwerbsbiographie oder bei prekären Beschäftigungsverhältnissen, erweist sich die gesetzliche Altersversorgung jedoch oft als unzureichend, um im Alter einen ausreichenden Lebensstandard abzusichern. Häufig tritt in diesen Fällen die sogenannte Altersarmut ein, die den Bezug zusätzlicher Hilfen oder auch ein Weiterarbeiten über den Zeitpunkt des Renteneintrittes hinaus, erforderlich macht. Zeitgemäß ist daher die Forderung vieler Insider und Fachleute, wonach jede Form von Altersversorgung heute möglichst auf 3 Säulen ruhen müsse: auf der gesetzlichen Altersversorgung, auf der betrieblichen Altersversorgung und auf einer privaten Art der Altersversorgung.

Die betriebliche Altersversorgung (bAV)
Jede Form der betrieblichen Altersversorgung besteht darin, dass ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer, basierend auf der Rechtsquelle eines Arbeitsverhältnisses, gewisse Versorgungsleistungen für das Alter vertraglich zusichert. Den formalrechtlichen Rahmen dafür bildet das Betriebsrentengesetz (BetrAVG).

Arten der betrieblichen Altersversorgung
Die konkrete Ausgestaltung einer betrieblichen Altersversorgung ist auf verschiedenen Wegen möglich. Dies sind im Regelfall die Direktzusage (der Arbeitgeber bildet Rückstellungen), die Unterstützungskasse, die Pensionskasse, die Direktversicherung und der Pensionsfond. Zugesagt werden kann eine betriebliche Altersversorgung aus der Sicht des Gesetzgebers Arbeitern, Angestellten, Auszubildenden, Geschäftsführern einer GmbH in nicht beherrschender Position sowie Betriebsfremden, sofern diese ausschließlich für das Unternehmen, beispielsweise als externe Berater oder Subunternehmer, tätig waren.

Gründe für eine betriebliche Altersversorgung
Der Arbeitnehmer spart im Falle einer betrieblichen Altersversorgung steuer-, aber auch sozialversicherungspflichtige Entgeltanteile ein. Er schafft sich durch jede Form der betrieblichen Altersversorgung eine sinnvolle Ergänzung zur späteren gesetzlichen Rente und wirkt damit einer möglichen Altersarmut effektiv entgegen. Auch für den Arbeitgeber ist eine betriebliche Altersversorgung sinnvoll, da alle für eine solche umgewandelten Gehaltsanteile des Arbeitnehmers nicht sozialversicherungspflichtig sind. Als Ausgaben zur Mitarbeiterversorgung kann der Arbeitnehmer finanzielle Mittel, die der betrieblichen Altersversorgung von Angestellten dienen, als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Außerdem stellen sie ein wirksames Instrument zur Mitarbeitermotivation und vor allem zur Mitarbeiterbindung dar, die überdies auch das Betriebsklima positiv zu beeinflussen vermögen. Als öffentlichkeitswirksames Argument tragen sie zum Prestigewinn des Unternehmens und zur Erleichterung des Erfolges von Maßnahmen der Personalbeschaffung und Rekrutierung bei.

Betriebliche Altersversorgung und Arbeitsrecht
Allerdings ist der Arbeitgeber verpflichtet, auch bezüglich der betrieblichen Altersversorgung strikt nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz zu verfahren. Ist daher eine betriebliche Altersversorgung eingerichtet worden, so darf kein Arbeitnehmer ohne Vorliegen sachlicher Gründe durch den Arbeitgeber von der betrieblichen Altersversorgung wirksam ausgeschlossen werden. Jedoch können Zusagen auch einzelvertraglich behandelt werden.

Krankenversicherung Beamtenanwärter

Business woman with her team at the officeKrankenversicherung für Beamte und Beamtenanwärter
Beamte sind als Mitarbeiter staatlicher Dienststellen und Behörden keine Gehaltesempfänger – sie erhalten Beamtensold, und dieser hat seine Besonderheiten. Die Einstufung in eine Soldgruppe hängt von der Tätigkeit, dem erreichten Dienstgrad und den jeweiligen Landesverordnungen ab. Aufgrund des Solds sind Beamte auch nicht gesetzlich pflichtversichert. Beamte und Beamtenanwärter erhalten eine Beihilfe zur Deckung ihrer Krankheitskosten und dürfen wählen, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern möchten.

Die Beihilfe in der gesetzlichen Krankenversicherung
Beamte und Beamtenanwärter können sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Als Bemessungsgröße für die Berechung des Beitrags dient hier der Sold. Beim Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze liegt der derzeitige Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung aktuell bei ca. 600 Euro monatlich. Beamte und Beamtenanwärter werden als freiwillig Versicherte zu einem ermäßigten Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen. Sie haben allerdings keinen Anspruch auf Krankengeld. Der Beamte erhält die Beihilfe mit dem Sold ausbezahlt und muss die Beiträge zur Krankenversicherung eigenständig abführen. Die Höhe der Beihilfe errechnet sich prozentual am Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Beihilfe in der privaten Krankenversicherung
Die Berechnungsgrundlage für die private Krankenversicherung ist für alle Personengruppen, die berechtigt sind, eine PKV abzuschließen, das Lebensalter, der Gesundheitszustand und die berufliche Tätigkeit. Für Beamte und Beamtenanwärter gibt es gesonderte Tarife, die Zahlung von Krankengeld kann mit eingeschlossen werden. Wer in noch jungen Jahren als Beamter oder Beamtenanwärter eine private Krankenversicherung abschließt, steigt zu recht günstigen Tarifen ein, die sich deutlich unter den Beiträgen der gesetzlichen Krankenversicherung bewegen. Zur Berechnung der Beihilfehöhe dient jedoch der normalerweise erhobene Beitragssatz für die GKV. In vielen Fällen deckt sich die Höhe der Beihilfe mit den erhobenen Beiträgen der PKV, sodass der Versicherungsnehmer keine Differenz aus eigener Tasche zahlen muss.

Entscheidend ist die Lebenssituation
Ob nun eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung oder eine private Krankenversicherung die bessere Variante darstellt, hängt von der persönlichen Lebenssituation ab. Beamte oder Beamtenanwärter mit Familienangehörigen, die mitversichert werden müssen, sind unter Umständen mit einer gesetzlichen Krankenversicherung zumindest in finanzieller Hinsicht besser beraten. Allerdings ist auch diese Frage widerum abhängig von Lebensalter und Gesundheitssituation. Alleinstehende Beamte oder Beamte mit lediglich einer oder zwei mit zu versichernden Personen hingegen sind eventuell mit einer privaten Krankenversicherung im Vorteil. Grundsätzlich sollten sich Beamte, die sich entscheiden müssen, aufgrund ihrer individuellen Situation gut beraten lassen und die verschiedenen Angebote am Markt miteinander vergleichen.

Beihilfe für Beamte

Young business woman isolated on white backgroundBeamte und deren Familienmitglieder haben in Deutschland einen Anspruch auf die sogenannte Beihilfe.

1. Definition
Als Beihilfe wird eine finanzielle Zuwendung bezeichnet, die an deutsche Beamte, deren Ehepartner und Kinder gezahlt wird. Damit erfüllt der Staat als Dienstherr seine Fürsorgepflicht. Die finanzielle Zuwendung wird im Fall der Krankheit, Pflege, Geburt oder bei einem Todesfall gewährt.

2. Rechtliche Grundlagen der Beihilfe
Es gibt in Deutschland kein einheitliches Beihilferecht. Die einzelnen Länder sind daher in der Gestaltung ihrer Beihilfeverordnung frei. Grundsätzlich gilt, dass nur die notwendigen Ausgaben tatsächlich erstattet werden.

3. Umfang der Beihilfe
Bei aktiven Beamten übernimmt der Staat üblicherweise die Hälfte der erstattungsfähigen Aufwendungen im Krankheitsfall. Bei Ehegatten und Kindern können die Sätze höher ausfallen. Die Voraussetzung für die Ehepartner oder die eigetragenen Lebenspartner ist allerdings, dass sie nicht selbst sozial- oder krankenversichert sind. Kinder dagegen erhalten Beihilfe, wenn mindestens einer der Elternteile ein Beamter ist. Der Anspruch der Kinder erlischt erst, wenn sie ihr 25. Lebensjahr vollendet haben.

Die verbleibende Hälfte der Kosten wird üblicherweise durch die privaten Kranken- und Pflegeversicherungen abgedeckt. Entscheidet sich ein Beamter für die freiwillige Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenversicherung, zahlt er den vollen Beitrag. Der Arbeitgeberanteil wird vom Staat als Dienstherrn nicht übernommen.

4. Erstattungsfähige Kosten
Erstattungsfähig sind in der Regel nicht die gesamten anfallenden Kosten. Einen Teil der Ausgaben muss der Beamte als Eigenanteil selbst tragen.

In vielen Bundesländern werden pro Jahr 80 Euro für die medizinische Versorgung und 10 Prozent der Arzneikosten als Eigenanteil von den Gesamtausgaben abgezogen. Diese Regelung bringt zwar keine direkte Entlastung der Staatskasse, soll aber indirekt dafür sorgen, dass der Beamte die ärztlichen Leistungen seltener in Anspruch nimmt.

In einigen Bundesländern – beispielsweise in NRW – wird eine feste Kostendämpfungspauschale benutzt: Ein bestimmter Pauschalbetrag, der nach Besoldungsgruppe festgelegt ist, wird dann als Eigenleistung pro Jahr abgezogen. Der Festbetrag gilt sowohl für die ärztlichen Dienstleistungen wie auch für die Arzneimittel.

Die Kostendämpfungspauschale des Landes NRW wurde 2007 vom Oberverwaltungsgericht Münster für rechtswidrig erklärt. 2008 bestätigte der BVerwG jedoch die Rechtmäßigkeit der Regelung. Nach dem Urteil des BVerwG ist die Fürsorgepflicht des Staates auch dann erfüllt, wenn die Aufwendungen des Beamten nicht in vollem Umfang erstattet werden.

5. Verlauf der Erstattung
Die erstattungsfähgen Kosten werden an den Beamten gezahlt, wenn er einen Antrag auf die Beihilfe gestellt hat. Die Antragsform wie auch die Fristen für die Antragstellung können von Bundesland zu Bundesland variieren.

Zahnzusatzversicherung

Dentist doing a dental treatment on a female patientDie gesetzliche Krankenversicherung GKV bezahlt auf der Grundlage des SGB, des Sozialgesetzbuches, die Regelversorgung für ihre Versicherten. Die bezieht sich unter anderem auf Zahnbehandlung und Zahnersatz. Regelversorgung bedeutet auch für die Zahnbehandlung als medizinische Notwendigkeit eher eine Mindest- als eine qualitativ und finanziell ausreichende oder zufriedenstellende Versorgung. Die GKV beteiligt sich an den Kosten für Zahnersatz mit feststehenden Beträgen, die im Einzelfall deutlich unter den tatsächlichen Kosten liegen. Die verbleibende Differenz muss der Versicherte selbst bezahlen. Entscheidet er sich für eine höherwertige als die Regelversorgung, so erhöht sich der aus eigenen Mitteln zu finanzierende Anteil dementsprechend. Diese finanzielle Belastung lässt sich durch den Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung, abhängig vom jeweiligen Tarif, ganz oder teilweise versichern. Im Leistungsfall wird der sogenannte private Anteil des Patienten durch seine private Zahnzusatzversicherung übernommen, sprich bezahlt.

Tarifbezogene Leistungen der Zahnzusatzversicherung
Die Grundlage für das private Krankenversicherungssystem ist seine tarifliche Ausgestaltung in den drei Bereichen ambulante, stationäre sowie Zahnbehandlung. Der Versicherungsnehmer kann aus unterschiedlich gestaffelten Tarifen auswählen und sich seinen Versicherungsschutz wunschgerecht zusammenstellen. In dem Sinne kauft er sich bedarfsgerecht seinen Krankenversicherungsschutz, so auch bei der privaten Zahnzusatzversicherung. Die Tarifangebote der privaten Krankenversicherungen reichen von einer Anteils- bis hin zur Vollfinanzierung aller nicht von der GKV bezahlten Kosten. Hinzu kommt die qualitative Besserstellung wie beim Zahnersatz. Hier werden, in einem dementsprechend gewählten Tarif, die nicht von der GKV bezahlten Mehrkosten in voller Höhe, also zu hundert Prozent, bezahlt. Der GKV-Versicherte entscheidet selbst, wie umfangreich er sich privat für Zahnbehandlung und Zahnersatz zusatzversichern möchte. Die monatlichen Versicherungsbeiträge gehen in voller Höhe zu seinen Lasten. Im Gegensatz zu seiner gesetzlichen Krankenversicherung erhält er keinen anteiligen Arbeitgeberzuschuss zu seinem privaten Zahnzusatzversicherungsbeitrag.

Frühzeitige Zahnzusatzversicherung ist hilfreich bis notwendig
Tarifliche Leistungen der Zahnzusatzversicherung sind in den meisten Fällen zunächst deutlich reduziert. Erst nach mehreren Versicherungsjahren wird, wie es genannt wird, ungekürzt und in voller Höhe geleistet. Die Angebote der privaten Krankenversicherungen sind mit diesen Einschränkungen recht unterschiedlich. Die Reduzierungen können sowohl sumerisch als auch leistungsmäßig sein. Vorzugsweise werden Tarife angeboten, in denen sich die jährliche Leistung gestaffelt, bis hin zur vollen tariflichen Leistung nach drei, vier oder fünf Jahren, erhöht.

Der Versicherte sollte eine umfängliche Zahnzusatzversicherung möglichst früh, also schon in jungen Jahren abschließen. Zum einen ist der Tarifbeitrag wegen des jungen Alters und der damit verbundenen Güte der Zähne recht niedrig. Zum anderen fallen jegliche Wartzeiten in einen Zeitraum, in dem ohnehin noch kein Zahnersatz fällig wird. Wenn es in späteren Jahren dazu kommt, dann wird vom Behandlungsbeginn an uneingeschränkt, also tariflich so geleistet, wie es der Vertrag über die Zahnzusatzversicherung vorsieht.

Pflegeversicherung

a home care nurse visits a patientDie Pflegeversicherung gehört, neben der Kranken-, der Arbeitslosen-, der Renten- sowie der gesetzlichen Unfallversicherung, zum deutschen Sozialversicherungssystem. Pflegeversicherungen sind der jeweiligen gesetzlichen oder privaten Krankenkasse angeschlossen. Getragen werden die einzelnen Pflegeversicherungen von der jeweiligen Pflegekasse. Die Versicherungsbeiträge zur Kranken- sowie zur Pflegeversicherung werden zusammen erhoben und in einer Summe an die betreffende Krankenkasse bezahlt. Ebenso wie die Krankenversicherung ist auch die Pflegeversicherung eine gesetzliche Pflichtversicherung. Jeder muss sich pflegeversichern und hat umgekehrt bei festgestellter Pflegebedürftigkeit einen Leistungsanspruch. Insofern wird bei allen Pflegeversicherungen, zu denen der gesetzlich festgelegte Mindestbeitrag gezahlt wird, von der gesetzlichen Pflegeversicherung gesprochen. Das gilt auch für Versicherungsnehmer, die privat krankenversichert sind.

Monatszahlungen nach Pflegestufen
Eine Pflegebedürftigkeit wird gutachterlich festgestellt, beispielsweise vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen, dem MDK. Das Pflegegesetz kennt die drei Pflegestufen für eine erhebliche, für die schwere sowie für die schwerste Pflegebedürftigkeit. Entsprechend der Einstufung wird ein monatliches Pflegegeld gezahlt. Unterschieden wird dabei in häusliche, in teilstationäre sowie in vollstationäre Pflege. Die zunehmend größer werdende Lücke in der Pflegeversicherung besteht darin, dass die gesetzlichen Leistungen der Pflegeversicherung in vielen Fällen die tatsächlichen Kosten nicht decken. Der Pflegebedürftige muss die darüber hinausgehenden, tatsächlich anfallenden und medizinisch notwendigen Ausgaben selbst bezahlen, also aus seinem Einkommen und Vermögen. Um diese kaum zu beeinflussende Situation zu vermeiden, ist der Abschluss von einer oder auch einigen privaten Pflegezusatzversicherungen notwendig. Nur so lassen sich, gemeinsam mit der gesetzlichen Pflegeversicherung, bei einer Pflegebedürftigkeit alle Ausgaben ohne eigenes Hinzutun bezahlen.

Staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung Pflege-Bahr
Was für die Altersrente die private Rentenzusatzversicherung Riester-Rente ist, das ist für die Pflegebedürftigkeit im Alter Pflege-Bahr, benannt nach dem damaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Es ist eine staatlich geförderte private Pflegetagegeldversicherung. Bei einem monatlichen Mindestbeitrag von zehn Euro wird die Pflegezusatzversicherung mit fünf Euro bezuschusst, jährlich also mit sechzig Euro. An den Abschluss von Pflege-Bahr sind für Versicherungsgeber und Versicherungsnehmer feste Vorgaben geknüpft. So entfällt eine Gesundheitsprüfung, ebenso wie Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge.

Pflegebedarf berechnen und versichern
Gesetzliche Pflegeversicherung und Pflege-Bahr sind oftmals zusammen nicht ausreichend, um beispielsweise die Kosten für eine dauerhafte Heimpflege in der dritten, der höchsten Pflegestufe zu decken. Hier muss mit monatlichen Kosten von dreitausend Euro und mehr gerechnet werden. Um diese Lücke zu schließen, empfiehlt sich der Abschluss einer weiteren privaten Pflegezusatzversicherung. Je früher diese privaten Pflegezusatzversicherungen im jungen Alter abgeschlossen werden, umso niedriger sind die Monatsbeiträge.

Von einer späteren Pflegebedürftigkeit muss ausgegangen werden. Die damit verbundenen Kosten fallen auf jeden Fall an, weil auf die Pflege nicht verzichtet werden kann. Diese Situation macht eine private Ergänzung der gesetzlichen Pflegeversicherung notwendig, um das eigene Einkommen und Vermögen im späteren Alter zu schonen und zu schützen.